Das Seidenkleid

Am Tag bevor Marga die Schrotflinte benutzte, wachte sie auf wie immer: blind, taub, stumm. Seit ihrem neunten Lebensjahr.

Doch etwas war anders an diesem Tag. Sie konnte es riechen.

Sie schwang sich über die Bettkante. Ihre Füße glitten in die Hausschuhe. Ihre Hand tastete nach dem Gewehr unter der Matratze. Sie trat ans Fenster. Es roch nach Benzin.

Jemand war gekommen. Ein Fremder. …

 

In: Hamburger Ziegel (2012), Dölling und Galitz Verlag,
Jürgen Abel und Wolfgang Schömel (Hrsg.)

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